Gasanbieter wechseln: Schritt-für-Schritt zum günstigen Tarif
Von Redaktion Verbraucherzentrale Finanzen und Versicherungen
Warum den Gasanbieter wechseln?
Rund die Hälfte aller deutschen Haushalte heizt mit Gas. Wie beim Strom gilt: Der Grundversorgungstarif des örtlichen Gasversorgers ist fast immer der teuerste. Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif kann bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus 300 bis 800 Euro pro Jahr sparen.
Viele Haushalte scheuen den Wechsel aus Trägheit oder Unsicherheit. Dabei ist der Vorgang einfach, kostenlos und innerhalb weniger Wochen abgeschlossen. Die Gasversorgung wird während des Wechsels nicht unterbrochen — das ist gesetzlich garantiert.
Gasanbieter vergleichen
Nutzen Sie Vergleichsportale wie Verivox und Check24, um Tarife zu vergleichen. Geben Sie Ihre Postleitzahl und den Jahresverbrauch ein (steht auf der letzten Gasrechnung, typisch: 15.000–20.000 kWh für ein Einfamilienhaus).
Empfohlene Filtereinstellungen: Vertragslaufzeit maximal 12 Monate, Preisgarantie mindestens 12 Monate, keine Pakettarife, Kündigungsfrist maximal 6 Wochen. Vergleichen Sie den Preis ohne Bonus — Neukundenboni verzerren den Vergleich zugunsten des ersten Jahres.
Wichtige Tarifmerkmale
Preisgarantie: Bei Gas ist eine Preisgarantie besonders wichtig, da die Gaspreise stärker schwanken als Strompreise. Achten Sie auf den Umfang: Eine „volle Preisgarantie" schützt vor allen Preiserhöhungen, eine „eingeschränkte" schließt Steuern und Abgaben aus.
CO2-Preis: Seit 2021 wird auf fossiles Erdgas ein CO2-Preis erhoben, der schrittweise steigt. Dieser Preisbestandteil ist bei den meisten Preisgarantien ausgenommen und kann unabhängig steigen.
Vertragslaufzeit: Maximal 12 Monate. Nach der Erstlaufzeit gilt seit März 2022 eine einmonatige Kündigungsfrist. Wechseln Sie spätestens nach Ablauf der Preisgarantie.
Wechsel Schritt für Schritt
1. Letzte Gasrechnung bereitlegen. 2. Auf Vergleichsportal passenden Tarif wählen. 3. Online-Antrag beim neuen Anbieter stellen. 4. Der neue Anbieter kündigt den alten Vertrag. 5. Am Wechseltag Zählerstand ablesen und beiden Anbietern mitteilen. Die Gasversorgung ist durchgehend gewährleistet.
Sonderkündigungsrecht nutzen
Bei einer Gaspreiserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Der Anbieter muss Sie mindestens einen Monat vor der Erhöhung informieren. Sie können dann innerhalb von zwei Wochen zum Zeitpunkt der Preiserhöhung kündigen — unabhängig von der regulären Vertragslaufzeit.
Dieses Recht ist besonders wertvoll: Kündigen Sie sofort und wechseln Sie zu einem günstigeren Anbieter. Achtung: Kündigen Sie in diesem Fall selbst und beauftragen Sie den neuen Anbieter nicht mit der Kündigung, da Fristen sonst nicht eingehalten werden könnten.
Erdgas vs. Biogas
Erdgas ist der Standard: fossiler Brennstoff, günstiger Preis, aber klimaschädlich und mit steigendem CO2-Preis belastet. Biogas wird aus organischen Abfällen gewonnen und ist klimaneutral. Reines Biogas ist 20 bis 40 Prozent teurer als Erdgas. Viele Tarife bieten einen Biogas-Anteil von 5 bis 20 Prozent als Kompromiss.
Achten Sie bei Biogas-Tarifen auf Zertifikate: Das „Grünes Gas Label" garantiert echtes Biogas aus nachhaltiger Produktion. Ohne Zertifizierung kaufen Anbieter oft nur billige Biogas-Zertifikate ohne echten ökologischen Zusatznutzen.
Empfehlungen
Wechseln Sie jährlich den Anbieter oder zumindest nach Ablauf der Preisgarantie. Bevorzugen Sie Tarife mit voller Preisgarantie und maximal 12 Monaten Laufzeit. Nutzen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen konsequent. Langfristig sollten Sie den Umstieg auf eine Wärmepumpe oder andere erneuerbare Heizungen prüfen — der CO2-Preis wird Erdgas zunehmend verteuern.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel spare ich durch einen Gasanbieterwechsel?▾
Kann die Gasversorgung beim Wechsel unterbrochen werden?▾
Was ist ein Sonderkündigungsrecht beim Gas?▾
Lohnt sich ein Biogas-Tarif?▾
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Dieser Artikel wurde zuletzt am 9.5.2026 aktualisiert und redaktionell geprüft.
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