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VersicherungenAktualisiert: 9. Mai 202615 Min. Lesezeit

Welche Versicherungen brauche ich wirklich? Der große Check

Von Redaktion Verbraucherzentrale Finanzen und Versicherungen

Stand: 09.05.2026Redaktion: Verbraucherzentrale Finanzen und VersicherungenPrüfung: Vier-Augen-Prinzip
Quellen geprüftKeine Affiliate-Links

Versicherungen im Überblick: Was Sie wirklich brauchen

Deutsche geben im Schnitt über 2.200 Euro pro Jahr für Versicherungen aus — viele davon unnötig. Die Verbraucherzentrale hat sämtliche Versicherungsarten analysiert und in vier klare Kategorien eingeteilt: Muss-Versicherungen, die gesetzlich vorgeschrieben oder existenziell wichtig sind, dringend empfohlene Versicherungen, die schwere finanzielle Schäden abfedern, situationsabhängige Versicherungen, die nur unter bestimmten Umständen sinnvoll sind, sowie meist überflüssige Versicherungen, die primär den Versicherern Gewinn bringen.

Der Grundsatz lautet: Versichern Sie nur Risiken, die Sie finanziell nicht selbst tragen können. Einen kaputten Fernseher können die meisten aus eigener Tasche ersetzen — einen Haftpflichtschaden über 500.000 Euro nicht. Dieser Grundsatz trennt sinnvolle von überflüssigen Versicherungen.

Muss-Versicherungen: Ohne diese geht es nicht

Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung ist die wichtigste freiwillige Versicherung überhaupt. Sie schützt vor Schadenersatzansprüchen Dritter, die in die Millionen gehen können. Ein unachtsamer Moment — und Sie haften mit Ihrem gesamten Vermögen. Ab circa 40 bis 80 Euro pro Jahr erhalten Sie Schutz bis zu 50 Millionen Euro. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Für jeden zugelassenen PKW in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Ohne sie wird das Fahrzeug nicht zugelassen. Die Kfz-Haftpflicht deckt Schäden, die Sie anderen Verkehrsteilnehmern zufügen. Kosten variieren stark nach Schadenfreiheitsklasse, Fahrzeugtyp und Region — von circa 200 bis über 1.000 Euro pro Jahr.

Krankenversicherung

In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht. Arbeitnehmer mit einem Bruttojahresgehalt unter der Versicherungspflichtgrenze (2024: 69.300 Euro) sind automatisch gesetzlich versichert. Selbstständige und Gutverdiener können zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen — eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen.

Dringend empfohlene Versicherungen

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Statistisch wird jeder vierte Arbeitnehmer vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht bei Weitem nicht aus — sie beträgt im Schnitt nur etwa 950 Euro monatlich. Eine BU-Versicherung sichert Ihr Einkommen ab, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Kosten für einen 30-jährigen Büroangestellten: circa 60 bis 120 Euro monatlich für 1.500 Euro monatliche Absicherung.

Risikolebensversicherung

Unverzichtbar, wenn andere von Ihrem Einkommen abhängig sind — Partner, Kinder, ein gemeinsam finanziertes Haus. Im Todesfall zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen. Für einen 30-jährigen Nichtraucher kostet eine Absicherung über 250.000 Euro nur circa 10 bis 15 Euro monatlich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend.

Auslandskrankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt im Ausland nur eingeschränkt Kosten und gar keine außerhalb der EU. Ein Krankenrücktransport kann leicht 50.000 bis 100.000 Euro kosten. Eine Auslandskrankenversicherung gibt es bereits ab 8 bis 15 Euro pro Jahr — eine der günstigsten und sinnvollsten Versicherungen überhaupt.

Situationsabhängige Versicherungen

Hausratversicherung

Sinnvoll, wenn Sie wertvolle Einrichtung besitzen (Möbel, Elektronik, Schmuck). Als Richtwert gilt: Versichern Sie circa 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für Studenten in einer kleinen Wohnung mit wenig Wertvollem: oft verzichtbar. Für Familien mit vollständig eingerichteter Wohnung: empfehlenswert. Kosten: circa 50 bis 150 Euro pro Jahr.

Rechtsschutzversicherung

Kann sinnvoll sein, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Rechtsstreitigkeiten haben — etwa als Mieter, im Arbeitsrecht oder im Straßenverkehr. Allerdings gelten häufig Wartezeiten von drei Monaten und viele Bereiche sind ausgeschlossen (z. B. Baurecht, Kapitalanlagerecht). Kosten: circa 150 bis 350 Euro pro Jahr je nach Umfang.

Wohngebäudeversicherung

Für Immobilieneigentümer dringend empfohlen — ein Brand oder Leitungswasserschaden kann das gesamte Haus zerstören. Zusätzlich sollte eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden (Hochwasser, Starkregen). Kosten: circa 200 bis 800 Euro pro Jahr je nach Gebäude.

Pflegezusatzversicherung

Die Eigenanteile in der Pflege betragen leicht 2.000 bis 2.500 Euro monatlich. Wer kein ausreichendes Vermögen hat und Angehörige nicht belasten möchte, sollte eine Pflegezusatzversicherung erwägen. Je früher abgeschlossen, desto günstiger die Beiträge.

Meist überflüssige Versicherungen

Folgende Versicherungen sind in den meisten Fällen unnötig und belasten nur das Budget:

  • Handyversicherung: Hohe Ausschlüsse, oft teurer als der Schaden selbst. In zwei Jahren zahlen Sie fast den Neupreis des Geräts an Prämien.
  • Reisegepäckversicherung: Schlechte Erstattungsquoten, viele Ausschlüsse. Die Haftung der Airline und die Hausratversicherung decken bereits vieles ab.
  • Sterbegeldversicherung: Extrem teures Sparprodukt. Die eingezahlten Beiträge übersteigen die Auszahlung fast immer. Legen Sie stattdessen monatlich einen kleinen Betrag zurück.
  • Krankenhaustagegeldversicherung: Überflüssig, da die Lohnfortzahlung und das Krankengeld die Einkommensausfälle decken.
  • Insassenunfallversicherung: Die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers deckt Insassenschäden bereits ab.
  • Glasbruchversicherung (einzeln): Kleine Schäden, die man selbst tragen kann. Lohnt sich finanziell fast nie.

Was guter Versicherungsschutz wirklich kostet

Ein solider Basisschutz für eine Einzelperson kostet weniger als viele denken:

  • Private Haftpflicht: circa 60 Euro/Jahr
  • Berufsunfähigkeit: circa 80 Euro/Monat (960 Euro/Jahr)
  • Auslandskrankenversicherung: circa 10 Euro/Jahr
  • Risikolebensversicherung (bei Familie): circa 12 Euro/Monat (144 Euro/Jahr)

Gesamtkosten Basisschutz: circa 1.174 Euro pro Jahr. Das ist weniger, als viele Deutsche allein für unsinnige Versicherungen ausgeben. Die Devise lautet: Wenige, aber richtige Versicherungen — und das gesparte Geld lieber in den Vermögensaufbau investieren.

Ihre persönliche Versicherungs-Checkliste

Prüfen Sie Ihren aktuellen Versicherungsschutz anhand dieser Checkliste:

  • Single ohne Kinder: Haftpflicht + BU + Auslandskranken. Optional: Hausrat, Rechtsschutz.
  • Paar mit Kindern: Haftpflicht + BU + Risikoleben + Auslandskranken + Hausrat. Optional: Rechtsschutz, Pflegezusatz.
  • Immobilienbesitzer: Zusätzlich Wohngebäude + Elementarschaden.
  • Autofahrer: Kfz-Haftpflicht (Pflicht). Vollkasko bei Neuwagen, Teilkasko bei älteren Fahrzeugen.

Überprüfen Sie jährlich, ob sich Ihre Lebenssituation geändert hat. Kündigen Sie überflüssige Versicherungen konsequent. Jeder Euro, der nicht in eine unnötige Versicherung fließt, kann sinnvoller verwendet werden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Versicherung ist die wichtigste?
Die private Haftpflichtversicherung. Sie schützt vor Schadenersatzansprüchen Dritter, die existenzbedrohend werden können. Bereits ab 40 Euro pro Jahr erhalten Sie Schutz bis zu 50 Millionen Euro. Ohne Haftpflicht haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen — ein Risiko, das niemand eingehen sollte.
Brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ja, die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen. Statistisch wird jeder vierte Arbeitnehmer vor dem Rentenalter berufsunfähig. Die staatliche Erwerbsminderungsrente beträgt durchschnittlich nur etwa 950 Euro monatlich und reicht nicht zum Leben.
Welche Versicherungen kann ich kündigen?
Handyversicherung, Reisegepäckversicherung, Sterbegeldversicherung, Krankenhaustagegeld und Insassenunfallversicherung sind in den meisten Fällen überflüssig. Prüfen Sie auch, ob doppelte Absicherungen bestehen — etwa Auslandskrankenversicherung über die Kreditkarte und zusätzlich als Einzelpolice.
Was kostet ein guter Versicherungsschutz?
Ein solider Basisschutz (Haftpflicht, BU, Auslandskrankenversicherung) kostet circa 1.030 Euro pro Jahr für eine Einzelperson. Kommt eine Risikolebensversicherung für Familien dazu, sind es circa 1.174 Euro. Das ist weniger, als viele für unnötige Zusatzversicherungen ausgeben.
Sollte ich eine Rechtsschutzversicherung abschließen?
Das hängt von Ihrer Situation ab. Für Mieter in Großstädten, Arbeitnehmer in unsicheren Branchen oder Vielfahrer kann Rechtsschutz sinnvoll sein. Achten Sie auf die Wartezeit von meist drei Monaten und auf Ausschlüsse. Für die meisten Privatpersonen ist sie nicht zwingend nötig.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 9.5.2026 aktualisiert und redaktionell geprüft.

Redaktionelle Verantwortung: Redaktion Verbraucherzentrale Finanzen und Versicherungen, Verbraucherzentrale Finanzen und Versicherungen · Prüfung nach dem Vier-Augen-Prinzip

Quellen: Öffentlich zugängliche Geschäftsberichte, regulatorische Filings, anerkannte Finanzdatenbanken · Keine Anlageberatung i.S.d. § 2 Abs. 8 Nr. 10 WpHG

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